Solarstrom vom eigenen Dach: gemeinsam nutzen, Kosten senken

E-Mobilität alltagstauglich machen

Sonnenstrom dort verbrauchen, wo er entsteht – das ist die Idee der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt Strom, und die Haushalte im selben Haus können diesen Strom anteilig direkt nutzen. Das kann die Stromkosten senken, mit erneuerbar erzeugtem Strom statt fossiler Brennstoffe.

Die Stadtbau Würzburg setzt dieses Modell an geeigneten Standorten in ihrem Wohnungsbestand um. Für uns zählt dabei nicht nur die Technik, sondern vor allem der Nutzen für unsere Mieterinnen und Mieter: Wohnen muss bezahlbar bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Strom vom eigenen Dach: Eine Solaranlage auf dem Wohngebäude versorgt die teilnehmenden Haushalte direkt.
  • Freiwillig: Wer mitmachen möchte, entscheidet selbst.
  • Entlastung möglich: Die Konditionen für den Solarstrom können die Stromkosten teilnehmender Haushalte senken.
  • Versorgung bleibt sicher: Nachts und bei wenig Sonne kommt der Strom wie gewohnt aus dem öffentlichen Netz.
  • Stromanbieter frei wählbar: Den Anbieter für den restlichen Strombedarf sucht sich jeder Haushalt weiterhin selbst aus.

Was bedeutet das konkret?

Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ist ein gesetzlich geregeltes Modell. Es erlaubt, Solarstrom, der auf einem Gebäude erzeugt wird, direkt an die Menschen weiterzugeben, die in diesem Gebäude wohnen. Der Strom nimmt also den kürzesten Weg: vom Dach in die Wohnung.

Teilnehmende Haushalte beziehen diesen Strom zu vereinbarten Konditionen, die in der Regel günstiger sind als der Bezug aus dem Netz – unter anderem, weil für den Solarstrom keine Netzentgelte anfallen. Was die Anlage tagsüber erzeugt und gerade niemand braucht, wandert in den Batteriespeicher und steht abends oder an trüben Tagen zur Verfügung. Reicht auch das nicht aus, ergänzt das öffentliche Netz die Versorgung weiterhin über den selbst gewählten Stromanbieter.

Im Alltag merkt man davon nichts: Das Licht geht an, der Kühlschrank läuft, die Waschmaschine startet. In der Wohnung sind keine Umbauten nötig.

Wie der Verbrauch erfasst wird

Der bisherige Stromzähler weicht einem intelligenten Messsystem, einem sogenannten Smart Meter. Er erfasst im Viertelstundentakt, wann Solarstrom und wann Netzstrom genutzt wird, und wird zentral im Zählerschrank eingebaut. In der Wohnung selbst ändert sich nichts.

Abgerechnet wird monatlich und ausschließlich nach dem, was tatsächlich verbraucht wurde. Teilnehmende Haushalte erhalten eine detaillierte Übersicht über ihren Solarstrombezug. Den Netzstrom rechnet weiterhin der eigene Energieversorger ab.

Warum wir auf Solarstrom im Bestand setzen

Die Energiewende entscheidet sich nicht nur im Neubau, sondern vor allem im vorhandenen Gebäudebestand. Dort leben die meisten Menschen – und dort liegt das größte Potenzial, erneuerbare Energie direkt vor Ort nutzbar zu machen.

Mit jedem Projekt sammeln wir Erfahrungen darüber, unter welchen Bedingungen sich das Modell auf weitere Standorte übertragen lässt. So zeigt sich an den einzelnen Standorten, wie erneuerbare Erzeugung vor Ort, Versorgungssicherheit und bezahlbares Wohnen zusammengehen.

  • Ist die Teilnahme verpflichtend?
    Nein. Die Teilnahme ist freiwillig. Wer nicht mitmacht, wird wie bisher vollständig über den eigenen Stromanbieter versorgt.
  • Wie hoch fällt die Ersparnis aus?
    Das hängt vom Projekt, vom individuellen Verbrauch und von der endgültigen Tarifgestaltung ab.
  • Muss ich meinen bisherigen Stromvertrag kündigen?Nein, im Gegenteil. Der bestehende Vertrag bleibt unbedingt erhalten, denn über ihn läuft weiterhin der Netzstrom. Für den Solarstrom kommt lediglich ein zusätzlicher Vertrag dazu.
  • Muss in meiner Wohnung etwas umgebaut werden?
    Nein. Getauscht wird ausschließlich der Stromzähler im Zählerschrank. Der Strom kommt wie bisher aus der Steckdose.
  • Ich bin tagsüber selten zu Hause. Lohnt sich das trotzdem?
    Ja. Durch einen Batteriespeicher wird Energie gespeichert, die auch in den Abendstunden in dem verfügbaren Rahmen genutzt werden kann.
  • Wie wird der Strom unter den Haushalten aufgeteilt?
    Laufend und automatisch, je nach aktuellem Verbrauch der teilnehmenden Haushalte. Niemand wird bevorzugt. Was übrig bleibt, wird ins öffentliche Netz eingespeist.
  • Ändert sich etwas an meiner Miete?
    Nein. Der Solarstrom wird getrennt abgerechnet und nicht über die Betriebskosten umgelegt. Miete und Nebenkosten bleiben unberührt.
  • Was unterscheidet dieses Modell vom herkömmlichen Strombezug?
    Beim herkömmlichen Strombezug kommt der gesamte Strom über einen externen Anbieter und das öffentliche Netz. Bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung wird ein Teil des Stroms auf dem eigenen Gebäude erzeugt und direkt dort genutzt. Für den übrigen Strom bleibt das öffentliche Netz Teil der Versorgung.
  • Warum kümmert sich ein Wohnungsunternehmen um Strom?
    Weil zur Modernisierung des Gebäudebestands mehr gehört als Dämmung und Heizung. Die Erzeugung und direkte Nutzung von Solarstrom vor Ort gehört für uns dazu.
  • Gibt es das Modell an jedem Standort der Stadtbau Würzburg?
    Nein. Entscheidend sind Dachfläche, Ausrichtung, Dachzustand und Elektroinstallation. Wir prüfen unsere Gebäude und setzen das Modell dort um, wo die Voraussetzungen stimmen.
  • Welche Bedeutung hat das Modell über den einzelnen Standort hinaus?
    Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung zeigt, wie sich erneuerbare Stromerzeugung im Wohnungsbestand praktisch umsetzen lässt. Für kommunale Wohnungsunternehmen ist das besonders relevant: erneuerbare Erzeugung, Versorgungssicherheit und bezahlbares Wohnen müssen zusammen gedacht werden.

 

Wie geht es weiter?

Kommt ein Gebäude für die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung infrage, informieren wir die betroffenen Haushalte rechtzeitig und persönlich – mit allen Details zu Ablauf, Konditionen und Teilnahme. Bis dahin ändert sich an der bisherigen Stromversorgung nichts.